Die Fibromyalgie
(Muskel-Faser-Schmerz)

Die Fibromyalgie ist eine chronische, nicht-entzündliche Schmerzerkrankung mit wechselnden Schmerzen an verschiedenen Körperstellen, starker Erschöpfung und einer ganzen Reihe weiterer belastenderSymptome, z.B. Schlafproblemen, Konzentrationsstörungen, Reizdarm und vieles mehr. Menschen mit Fibromyalgie leiden häufig viele Jahre unter dieser Erkrankung, bis eine Diagnose gestellt wird.

Obwohl die Häufigkeit der Fibromyalgie hoch ist (laut Studien 3-5%), berichten Betroffene, dass sie von vielen Ärzten nicht ernstgenommen werden. Das kann damit zusammenhängen, dass die Fibromyalgie eine „unsichtbare“ Erkrankung ist, da Befunde weder im Blutbild noch im Röntgenbild nachgewiesen werden können. Hinzu kommt, dass die Ursachen der Erkrankung bisher unbekannt sind und die Erkrankung nicht durch Medikamente geheilt werden kann.

Bei der Behandlung der Fibromyalgie haben sich multimodale Behandlungskonzeptein vielen Bereichen (z.B. Bewegung, Ernährung, Atmung, Entspannung, Wärme- und Wasseranwendungen) etabliert. Die Psyche spielt bei der Fibromyalgie eine entscheidende Rolle. Fast alle Fibromyalgie Patienten bestätigen, dass sie in Stresssituationen die Schmerzen intensiver wahrnehmen. Stress führt zu einer muskulären Anspannung und verflachter Atmung, was den Schmerz intensivieren kann. Viele Menschen mit Fibromyalgie leiden zusätzlich unter Depressionen und/oder Ängsten – die häufig als Folge der vielen belastenden Symptome gesehen werden können.

Studien zeigen, dass Menschen mit Fibromyalgie häufig unter einem sogenannten Helfersyndrom leiden, d.h. sie sind sehr empfindsam für die Bedürfnisse anderer Menschen – dabei kommen aber die eigenen Bedürfnisse des Körpers und der Psyche zu kurz. Körpersignale werden nicht beachtet oder zurückgestellt – eine Strategie, die auf Dauer nicht gut geht. Eine auf Fibromyalgie abgestimmte psychologische Unterstützung hilft, rauszukommen aus diesen Verhaltensweisen. Dabei ist es unerlässlich den Körper in die therapeutische Arbeit mit einzubeziehen.

Im Rahmen meiner langjährigen Tätigkeit als Psychologische Leiterin der Tagesklinik für Fibromyalgie an der Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Physikalische Medizin und Rehabilitation LMU Klinikum der Universität habe ich zwischen 2004 und 2015 mehr als 1200 Patienten in Gruppen- und Einzeltherapie behandelt. Meine Schwerpunkte in der Behandlung der Fibromyalgie sind die Erarbeitung und Nutzung von Ressourcen, Übungen zur Regulierung des Nervensystems (siehe bei Methoden "Somatic Experiencing"), der Aufbau des Selbstwertgefühls, die Erarbeitung von Strategien zur Abgrenzung (nein-sagen und delegieren lernen) und die Vermittlung von kognitiven und praktischen Techniken zum Stressabbau.